Der Leumond kann im Literaturarchiv Marbach unterkommen. Eine Anfrage des angesehenen Archivs wurde an den Leumond gestellt.
Die Archivierung stellt eine langfriste Aufbewahrung der Leumondtext sicher. Um die Texte zur Nutzung freigeben zu können, ist die Zustimmung des jeweiligen Textinhabers notwendig, da der Leumond nur das Recht zur Anzeige inne hält.
Viele der Autoren sind mit der einstmals eingetragenen Mail-Adresse leider nicht mehr zu erreichen.
Daher meine Bitte: Melde dich, wenn Du Texte für den Leumond eingereicht hast oder jemanden kennst, der Texte eingereicht hat und bisher keine Anfrage per Mail kam.
Die Mailadresse für die Kontaktaufnahme lautet email [at] leumond.de.
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Der Leumond ist vorläufig eingestellt.
Es gibt bereits einen Beitrag zu diesem Thema mit mehr Informationen, der jedoch nicht zuoberst angezeigt wird. Daher dient dieser Beitrag als Platzhalter für jene, die noch nichts von der Einstellung wissen.
Noch einmal ein großes Danke an alle, die sich am Leumond beteiligt haben.
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Ich versteiger’ hier mein Leben,
nur ein Euro Startgebot;
kann es mir nicht länger leisten,
esse täglich trocken Brot.
Sicher fragst du, lieber Bieter:
und was soll ich mit dem Mann?
Folgend will ich kurz beschreiben,
was man mit mir machen kann:
Setzt mich ein als Lampenständer,
Stütze für den Gartenzaun,
lebendes Ersatzgeländer,
für die Kinder auch als Clown.
Garantie ist ausgeschlossen.
Auf dem Photo, das bin ich.
Zwar gebraucht, doch gut erhalten.
Die Gebühren gehn auf mich.
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Das Glück ist ein so unzuverlässiger Geselle, dass man nicht auf ihn angewiesen sein möchte.
- Autor: Helmut Maier
- Bemerkung: angeregt durch einen Aphorismus von Petros
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Es war einmal ein Rapper, der lief den ganzen Tag mit seinem Ghettoblaster durch die Gemeinden und verbreitete Neuigkeiten. Doch als er in die Jahre kam, die Füße schmerzten, die Stimme brüchig und das Bärtchen grau wurde, meinten die Bosse seiner Plattenfirma, dass er sich nicht mehr so recht rechne und wollten ihn an einen Privatsender verscherbeln, wo er bald sein Ende als Promi hätte finden sollen. Durch einen Fehler der Chefsekretärin wurde die E-mail zu diesem Betreff an ihn weitergeleitet, also packte er seine Sachen und machte sich auf den Weg. “Etwas besseres als dies finde ich immer, also Ende mit dem fiesen Gewimmer” dachte er bei sich und ging in Richtung der nächsten Bushaltestelle. Da kam er an einem abgebrannten Schlösschen vorbei, vor dem ein in einen bodenlangen Rock gewandeter älterer Herr mit einer Stirnglatze und langem, weißem Bart ganz jämmerlich auf einer tiefer gelegten Sackpfeife blies.
“Gute Güte, alter Gote,” sprach da der Rapper, “was machst du für ein Gesichte, berichte deine Geschichte.” “Wohlan, ich bin Wittewat, ein in allen Landen berühmter und geachteter Speedfolkdoodlezacker,” antwortete der angesprochene. “Eine Horde von norwegischen Blackdeathmetallern hat meine trutzige Burg erstürmt, die edlen Fräuleins verschleppt und alles in Schutt und Asche gelegt. Oh weh mir, auf meine alten Tage werde ich betteln müssen!”
“Stopp dein Jammern und dein Sorgen,” sprach der Rapper,” folge mir, vergiss das Morgen.” So gingen die beiden weiter, bis sie an einen großen, tiefen Fluss kamen, da stand ein in die Jahre gekommener, barfüßiger Mann mit geflochtenen Haaren bis auf den Boden und jammerte kläglich. “Ei, was ist denn dir widerfahren?”, fragten die beiden. “Viel Elend ist mit mir,” entgegnete der Angesprochene und seine Unterlippe zitterte, “die Hunde von Babylon haben auf mein Ganja gepisst und jetzt habe ich nichts mehr als diese saitenlose Gitarre. Was soll nun aus mir werden”?
“Reih dich ein”, sprach der Rapper,” mein Name ist Schnupfhund, dies ist Wittewat und wie heißt du?” “Ich bin Sol-I und werde mit euch ziehen, gegen die Ausbeuter und Unterdrücker.” Sie gingen weiter, auch wenn ihnen die Rücken schmerzten und die Augen schwer wurden, bis sie in eine riesige Stadt kamen. Da sahen sie, auf einer Kreuzung vor einer Säule, eine merkwürdig gewandete Dame reiferen Alters, die hatte violett gefärbtes Haar, trug eine riesige rosa Sonnenbrille und ein zu kurzes Hemdchen. Von Zeit zu Zeit stieß sie schrille Laute aus und fuchtelte mit einer zerbrochenen Wasserpistole herum. “Was ficht dich an?”, fragten die drei wie aus einem Munde. “Weia, weia, ich bin die Jane Iiaana, einst gefeirtste Eintänzerin unter den Blinden, aber jetzt haben die jungen Schlämpchen mit den Höschen in den Stiefelchen mein Krönchen geraubt. Not und Verzweiflung sind mir geblieben.” “So komm mit, etwas besseres als den Tod finden wir allemal.”
Die vier gingen, bis sie zu einem Ort mit dem seltsamen Namen “Bringsenum” kamen. Dort gelangten sie an ein herrschaftliches Anwesen in einem riesenhaften Park, daraus ertönten in hörgerätbetäubender Lautstärke die schlimmsten Klänge, die sie jemals vernommen hatten. Sie hielten einen vorbeihastenden Passanten an, der sich entsetzt die Hände auf die Ohren drückte und fragten, woher wohl diese jämmerlichen Missklänge stammen möchten. Der verzweifelte Mann gab ihnen eine Antwort, die sie nicht recht verstanden und eilte weiter. Sol-I, der noch die besten (und größten) Ohren der vier hatte, schrie: “Soviel ich verstand, sprach der arme Mann: Schlagergefahr, Dietmar versohlen.”
So gingen sie durch den Garten und kamen an eine wohlgesicherte Tür, da rappten und bliesen und schrammelten und kreischten sie derart, dass Schloß und Riegel barsten. Im Wohnzimmer trafen sie auf ein jämmerliches Hutzelmännchen, dessen faltige Haut sonnenbankverbrannt wie ein Mäntelchen um ihn hing. Den verprügelten sie derart kräftig, dass er wehklagend aus seinem Palast verschwand. Dann gründeten sie dort eine WG und sind heute noch glücklich und zufrieden, wenn sie nicht gestorben sind.
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Die Tulpen im Strauß
erklären sich mir
eine die andre.
Ihre Unterschiede
überraschen mich
in meiner Gleichmacherei,
mit der ich doch eigentlich
Recht hatte:
alle sind rot.
Doch nun stelle ich mich
jeder einzelnen vor
und erfahre,
wie ich jede
zu schätzen beginne
und reicher werde
als schon zuvor.
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Lange habe ich mit einer Entscheidung gerungen, jetzt steht es fest: Der Leumond verlässt erneut, und vermutlich auf absehbare Zeit, den Orbit. Ab April wird er nicht mehr rotieren und keine Geschichten und Gedichte mehr erscheinen.
Das Projekt ist bereits seit geraumer Zeit ein Ein-Mann-Projekt und für mich nicht mehr sinnvoll neben meiner Arbeit und anderen Hobbies zu bewältigen. Ich möchte den Leumond nicht ausbluten lassen, sondern lieber ganz einstellen.
Bis Ende März werden jedoch weiter Einsendungen entgegen genommen.
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